Etwas über die Rasse und den Standard des Golden Retriever

Die Reinzucht des Golden Retriever begann bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Schottland. Von seiner ursprünglichen Verwendung her ist er ein Jagdhund für die Arbeit nach dem Schuss, das ist das Apportieren (to retrieve) von geschossenem Wild am liebsten aus dem Wasser. Der Stöbertrieb ist nicht so ausgeprägt wie bei anderen Jagdhunderassen; man kann sich aber nicht darauf verlassen, dass er keine Wildspur aufnimmt und im Wald verschwindet. Der Golden ist ausgesprochen wasserfreudig und nutzt jede kleinste Schlammpfütze zum Bad; sicherlich würde er in der Sahara, wenn es ihm dort nicht zu heiß wäre, den Beduinen noch unbekannte Wasserquellen erschließen.
 
Ohne Zweifel zählt der Golden Retriever heute weltweit zu den beliebtesten Hunderassen. Die Erhaltung der Eigenschaften, die den Hund so beliebt machen, verlangt ein hohes Maß an Verantwortung vom Züchter, aber ebenso eine Fortsetzung der züchterischen Bemühungen durch den späteren Halter. Nur der künftige Halter kann aus dem Hund das machen, was in den Anlagen des Hundes steckt. Das bedeutet, dass sich der Mensch nicht nur mit dem Hund selbst beschäftigt, das ist eigentlich selbstverständlich, er sollte sich auch über die besonderen Rasse- und Wesensmerkmale des Golden Retriever informieren. Darüber gibt es zahlreiche Veröffentlichungen; beim Aussuchen sind wir gerne behilflich. Schnell wird der Interessent feststellen, dass Retriever nicht gleich Retriever ist.
 
Der Golden Retriever ist ein menschenfreundlicher Hund, der in der Regel Kinder liebt und sich auch mit anderen Hunden gut versteht. Nur zu Einem kann man ihn überhaupt nicht einsetzen: zum Wachhund! Dieses freundliche Wesen ist eines seiner hervorstechensten Merkmale und wird durch die Zucht gefördert. Sie müssen daher damit rechnen, dass insbesondere der noch junge Hund beim Spaziergang auch fremde Menschen freudig begrüßt und vielleicht sogar an ihnen hochspringt. Da er zu Kindern besonders freundlich, vielleicht sogar aufdringlich ist, werden von Eltern mit Kleinkindern besonders hohe Anforderungen beim Aufziehen eines Welpen verlangt. Selbstverständlich ist der Hund nicht gerne allein (wer ist das schon?), sondern lebt am liebsten eng mit seinem Rudel. Was nicht heißt, dass man ihn nicht zum Einkaufen einige Zeit allein lassen kann. Als "Zweitwohnung" akzeptiert der Golden gern das Auto. Da Zwingerhaltung wie übrigens für alle Hunde nicht in Frage kommt, schließen sich Retrieverhaltung und ganztägige Berufstätigkeit grundsätzlich aus.

Auszug aus dem FCI-Standard von 1987:

Charakteristika: Wille zum Gehorsam, intelligent mit natürlicher Anlage zu arbeiten
Wesen: Freundlich, liebenswürdig und zutraulich
Größe: Rüde 56 bis 61 cm Hündin 51 bis 56 cm
Fell: Glatt oder wellig mit guter Befederung; dichte wasserabstoßende Unterwolle
Farbe: Jede Schattierung von Gold oder cremefarben; weder rot noch mahagoni
zur Information:
Gewicht: Rüde 29 – 34 kg Hündin 25 – 29 kg